SchapfenMühle: Geschäftsjahr 2020 mit Höhen und Tiefen

Ralph Seibold, Geschäftsführer SchapfenMühle © SchapfenMühle
Ralph Seibold, Geschäftsführer SchapfenMühle © SchapfenMühle

2020 war ein investitionsreiches Jahr für die SchapfenMühle. Wie das Unternehmen berichtet, wurden mit rund 12 Mio. EUR die Verpackungsqualität verbessert, die Mitarbeiter entlastet und ein Beitrag für mehr Nachhaltigkeit geleistet. Das Familienunternehmen sah sich wie alle Unternehmen der Lebensmittelbranche angesichts der Corona-Pandemie vor große Herausforderungen gestellt. Während die Belieferung des Lebensmitteleinzelhandels ein Plus verzeichnete, sank der Export ins gesamte Ausland zunächst rapide ab, erholte sich im Verlauf jedoch in einigen Regionen. Die SchapfenMühle blickt daher auf ein turbulentes 2020 zurück und bestätigt für 2021 den anhaltenden Urgetreide-Trend.
Mit der Fertigstellung der Siloaufstockung in der Mühle stehen nun weitere 32 Silos für Fertigwarenprodukte zur Verfügung. Zudem wurden im B2B- drei und im B2C-Bereich zwei neue Verpackungslinien eingeführt. „Durch eine Ausweitung des Produktsortiments sowie die gestiegene Nachfrage in beiden Bereichen in den letzten Jahren hatten wir nicht mehr ausreichende Abfüllkapazitäten und mussten daher 24/7 absacken. Das war sehr anspruchsvoll, was beispielsweise die Schichtplanung und Einsetzbarkeit der Mitarbeiter in der Nachtschicht sowie am Wochenende betraf. Durch die Fertigstellung entfallen Wochenend- und Nachtarbeiten“, erklärt Ralph Seibold, Geschäftsführer der SchapfenMühle. Zudem wurde in den Fuhrpark investiert. Um die Wege zwischen den beiden Standorten Ulm-Jungingen und Dornstadt nachhaltig zu gestalten, steigt das Familienunternehmen auf E-Autos um.
14 Landwirte aus der Region haben einen Weizen-Anbauvertrag inklusive Blühstreifen mit der SchapfenMühle abgeschlossen. Die Landwirte erhalten einen Zuschuss auf den späteren Verkaufspreis des Weizens, wenn sie für jeden Hektar Getreide mindestens 100 qm Blühwiese ansäen. So entstanden rund 16 ha Blühwiese. „Um in der Bevölkerung noch mehr Aufmerksamkeit für das Thema zu schaffen, weisen wir zusammen mit den Partnerlandwirten mit Feldschildern auf das gemeinsame Engagement hin“, berichtet Ulrike Seibold, Gesellschafterin der SchapfenMühle und verantwortlich für den Getreideeinkauf.
Die Bestellmengen waren für alle Mühlenprodukte, egal ob Mehl, Flocken oder Mühlenmischungen, vor allem im B2C-Bereich innerhalb kurzer Zeit im ersten Lockdown stark erhöht. Die SchapfenMühle musste ihren Onlineshop nach kurzer Zeit wieder schließen, da statt der üblichen 15 bis 20 Bestellungen pro Tag über 150 eingegangen waren. Die Corona-Krise hat nach Aussagen des Unternehmens eine Verschiebung von Absatzgruppen innerhalb der Mühlenbranche zur Folge. Mühlen, die den Lebensmittelhandel beliefern, konnten ein Absatzplus verzeichnen. Im Gegensatz dazu, sind Mühlen, die Unternehmen versorgen, die die Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung beliefern, bis heute mit einem massiven Umsatzrückgang konfrontiert.
Das Standbein im LEH konnte den gesunkenen Absatz der SchapfenMühle im Ausland ausgleichen. Die Exportzahlen sanken zu Beginn deutlich, da die Kunden weltweit in erster Linie in der Gastronomie sowie dem Tourismus verankert sind, wo die Umsätze genauso wie in Deutschland von heute auf morgen zusammengebrochen sind. Auch wenn sich die Exportlage beispielsweise nach Fernost mittlerweile wieder beruhigt hat, ist die Situation nach wie vor von Region zu Region unterschiedlich.
SchapfenMühle ist für seine innovativen Produkte aus Urgetreidearten wie Dinkel und Emmer bekannt. Diese Spezialisierung wird auch im Jahr 2021 eine wichtige Rolle spielen, teilt das Unternehmen mit, das alle Urgetreidesorten liegen nach wie vor im Trend sieht. „Verbraucher streben nach naturbelassenen, traditionellen Lebensmitteln. Gerade während der letzten Monate war deutlich spürbar, dass das Essen wieder einen höheren Stellenwert eingenommen hat.“ Lesen Sie dazu auch unser Interview mit dem Geschäftsführer Ralph Seibold in der aktuellen brot+backwaren 6/2020. Noch kein Abonnent? Dann nutzen Sie unser kostenloses Probe-Abo. Eine E-Mail an Frau Viktoria Usanova vom Leserservice genügt: usanova@foodmultimedia.de

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