Qualitätsstandards – Sicherheit für die Lebensmittelindustrie

Die LRQA GmbH, ein international tätiges Dienstleistungsunternehmen für die Zertifizierung von Managementsystemen und Schulungen in den Bereichen Qualität, Umwelt und Sicherheit, informiert Sie ab sofort regelmäßig über Standards in der Lebensmittelbranche sowie branchenübergreifende Normen. Über folgende Themen wird LRQA Sie in den nächsten Monaten informieren:

• DIN EN 15593 -  Verpackungshygiene
• FSSC 22000 -  Internationaler Standard für Lebensmittelsicherheit
• ISO 50001/ DIN EN 16001 -  Energiemanagement
• ISO 14001 – Umweltmanagement
• OHSAS 18001 -  Arbeitsschutz

Im folgenden Artikel erläutert LRQA die Grundlagen von Qualitätsmanagagementsystemen (QM–Systemen) und gibt Ihnen einen Überblick über lebensmittelspezifische Standards.

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Qualitätsmanagementsysteme dienen vor allem einer strukturierten, klaren und unmissverständlichen Darstellung der einzelnen Prozesse im Unternehmen, denen entsprechende Normen zugrunde liegen.

Unternehmen, die solch ein QM-System eingeführt haben, haben den Vorteil, die internen Abläufe im Unternehmen zu überschauen und Schwachstellen systematisch nachverfolgen zu können. Mit entsprechenden Maßnahmen können diese Schwachstellen behoben werden. Zusätzlich ist ein QM-System nützlich, um das Unternehmen weiter zu entwickeln, seine Kunden zu binden und die Zusammenarbeit mit den Lieferanten zu optimieren. Bei der ersten Umsetzung eines Standards nutzen viele Unternehmen die Möglichkeit, einen Unternehmensberater hinzuzuziehen, der sie bei der Einführung des QMS und für die anschließende Zertifizierung eines akkreditierten Zertifizierers unterstützt.

Der Zertifizierer muss akkreditiert sein. Darunter versteht man die Bestätigung einer nationalen Behörde, dass eine Zertifizierungsorganisation die Kompetenz besitzt, anderen Unternehmen eine Zertifizierung ausstellen zu dürfen. In Deutschland ist das z.B. die Deutsche Akkreditierungsstelle GmbH (DAAkkS).

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Bei einer Erstzertifizierung wird zunächst die Begutachtung des Handbuches vorgenommen, in dem die einzelnen Prozesse des Unternehmens beschrieben sind. Erst danach kann zeitversetzt die Erstzertifizierung durchgeführt werden. Wurde diese erfolgreich bestanden, erhält das Unternehmen das Zertifikat mit einer Laufzeit von drei Jahren (abhängig von dem jeweiligen Standard). Um die Zertifizierung während dieser Laufzeit aufrecht zu halten, ist das Unternehmen dazu verpflichtet, mindestens einmal jährlich ein Betreuungsaudit des Zertifizierers durchzuführen. Nach drei Jahren findet dann eine Rezertifizierung statt. Wurde diese wiederum erfolgreich bestanden, ist das neue Zertifikat wieder drei Jahre gültig (abhängig vom jeweiligen Standard).

Diese regelmäßigen Begutachtungen des QM-Systems sorgen nicht nur für die Aufrechterhaltung des Zertifikates, sondern auch für eine kontinuierliche Bearbeitung und Verbesserung des QM-Systems. Der Auditor kann die Abläufe und Prozesse begutachten und Optimierungsbedarf aufzeigen, was letztendlich immer dem Unternehmen und dem Erreichen der Geschäftsziele dient.

Häufig haben Unternehmen auch die Möglichkeit, das Zertifikat als eine Art „Eintrittskarte“ in neue Lieferantenfelder zu nutzen und sich somit breiter aufstellen können.

Fragen Sie sich wie es sein kann, dass eine fremde Person besser die Abläufe bewerten kann als ein interner QM-Beauftragter?

Auditoren sind umfangreich ausgebildete Personen, die über jahrelange Berufserfahrung verfügen, bevor sie als Auditor zugelassen werden. Außerdem wird darauf geachtet, nur Auditoren mit den entsprechenden Branchenkenntnissen im zu auditierenden Unternehmen einzusetzen. Das bedeutet auch, dass Auditoren aus der Automobilbranche nicht in der Lebensmittelbranche auditieren dürfen, da sie branchenfremd sind und mit den einzelnen Abläufen und Prozessen in diesem Sektor nicht auskennen.

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Neben der Basisnorm ISO 9001, die für sämtliche Branchen anwendbar ist, wurden in den einzelnen Industriesektoren unterschiedliche Standards mit branchenspezifischen Anforderungen entwickelt.

Besonders in der Lebensmittelbranche gibt es derzeit unterschiedlichste Richtlinien. Internationale Initiativen von Handel und Hersteller haben verschiedene Standards mit dem Ziel entwickelt, den Konsumenten und der Öffentlichkeit ein Höchstmaß an Sicherheit bei Lebensmitteln zu bieten,von der Primärerzeugung bei den einzelnen Herstellern bis hin zur Ladentheke für die Verbraucher.

Die Zertifizierung von Lebensmittelstandards hat für die Lebensmittelindustrie den Vorteil, einen unabhängigen, geprüften Nachweis zur Einhaltung von Lebensmittelrecht, Lebensmittelsicherheit und Hygienerichtlinien zu liefern.

HACCP – Die Grundlage
Die Auditierung und Zertifizierung nach den HACCP-Prinzipien sind Grundvoraussetzungen für Hersteller und deren Zulieferer. Diese Prinzipien bilden die Basis für alle weiteren lebensmittelspezifischen Standards, die unterschiedlichste Ausrichtungen und Zielgruppen haben.

ISO 22000 – Für alle
Seit 2005 gibt es die ISO 22000, welche die ISO 9001  um lebensmittelspezifische Aspekte wie Internationales Benchmarking für die Lebensmittelsicherheit ergänzt.

Geeignet für diese Zertifizierung sind Hersteller und Lieferanten der Lebensmittelindustrie sowie deren Dienstleister (z.B. Reinigung, Verpackung und Maschinenbau). Die ISO 22000 hat den Vorteil, dass es einen allgemeingültigen Standard für alle Mitglieder in der Lebensmittelkette gibt. Sie ist integrierbar in bestehende Managementsysteme  wie ISO 9001 und ISO 14001 und kombinierbar mit den Normen PAS 220, BRC und den IFS- Standards.

IFS – Für die Lieferung in den Handel
Die Einzelhandelsverbände (HDE) in Deutschland und Frankreich haben den International Featured Standard (IFS) entwickelt. Ursprünglich war dieser ausschließlich für die Herstellung von Handelsmarken angedacht. In den letzten Jahren wurde der IFS Standard aber auch auf alle Unternehmen ausgeweitet, die ihre Produkte an die einzelnen Handelsunternehmen liefern. HDE erweiterte den IFS Standard um IFS- Logistik, IFS- Broker, IFS- Verpackung, und IFS-HPC.

BRC -  für die Lieferung nach Großbritannien
Wer dagegen seine Lebensmittel nach Großbritannien liefern möchte, sollte eine Zertifizierung nach BRC erwägen. Der britische Einzelhandel fordert diesen Standard von seinen Lieferanten und erweitert diesen um Verpackungen von Lebensmitteln.

In der kommenden Ausgabe informieren wir Sie über den aktuellen Standard DIN EN 15593, der auf die Verpackungshygiene auf europäischer Ebene ausgerichtet ist.

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