Verbandstagung in Salzburg: Wandel stellt Herausforderungen

Die Verbandstagung  ist nicht nur Informationsplattform, sondern auch ein willkommener Anlass zum „Networking“ © f2m
Die Verbandstagung ist nicht nur Informationsplattform, sondern auch ein willkommener Anlass zum „Networking“ © f2m

Der Wandel der Gesellschaft und ihrer Lebens- und Konsumgewohnheiten war eines der herausragenden Themen der Jahresmitgliederversammlung des Verbandes Deutscher Großbäckereien, die in diesem Jahr in Salzburg stattfand. Auch der Wandel auf der Vertriebsseite wurde thematisiert. Der Einstieg der chinesischen Online-Plattform Alibaba in den europäischen Handelsmarkt durch erste Schritte in Spanien, die zunehmende Digitalisierung des Einkaufes und der Bezahlvorgänge, die wachsende Bedeutung des Klimaschutzes und damit der Verpackung von Backwaren und die verschiedenen Wandlungen auf dem Arbeitsmarkt sind nur einige der Stichworte, die fielen. Backwarenhersteller, gleich welcher Größenordnung, so Präsidentin Prof. Dr. Ulrike Detmers, sollten die Veränderungen als Aufgabe verstehen, nicht als Bedrohung. Das Thema griffen auch zwei der drei Referenten der Veranstaltung auf, CyrilleFilott, Strategist bei der niederländischen Rabobank, die sich mit mehr als 90 Analysten weltweit auf den Agrofood-Sektor spezialisiert hat. Er zeigte an Beispielen etwa aus China auf, wie digitale Plattformen wie Alibaba oder JD.com die Produktentwicklung beeinflussen, indem sie anhand der von ihnen gesammelten Daten Bedürfnisse des Marktes nach Produktqualitäten, Aromen oder Verpackungsart- und größe sehr präzise vorhersagen können. Snickers gibt es seither in China in einer herzhaften Version, Oreos mit Wasabi und Chickenwings-Geschmack und KitKats kleiner, aber in Familienpackungen. Alle drei Produkte sind außerordentlich erfolgreich. Ein anderes Beispiel dafür, wer künftig bei der Kaufentscheidung mitmischt, ist u.a. die französische Plattform Yuka, die über eine App, mit der man das potentiell zu kaufende Produkt scannt. Eine auf Basis des Nutri-Scores sowie der Anzahl von Zusatzstoffen erstellte Beurteilung sagt dem Verbraucher anschließend, ob das Produkt empfehlenswert ist oder schlägt konkret ein anderes Produkt vor. Anhand solcher und anderer Beispiele forderte Filott die Betriebe auf, sich stärker an den Erwartungen der Konsumenten zu orientieren, auch wenn diese - etwa beim angeblichen Gesundheitswert von pflanzenbasierten Fleischalternativen - nicht immer mit der wissenschaftlichen Analyse übereinstimmen. Bei der Investition in Produktionsanlagen, so sein Tipp, sollte man künftig weniger an Volumen denken und stattdessen an Flexibilität und kleinere Anlagen.  
Den Wertewandel in der Gesellschaft nahm Christoff Minhoff, Hautgeschäftsführer Lebensmittelverbandes Deutschland, ins Visier. Es gehe, so Minhoff, nicht um Generationskonflikte, sondern um einen Kulturwandel. Die Generationen Y und Z seien in einer digitalisierten Welt großgeworden und haben nicht zuletzt über die Vernetzung deutlich andere Werte entwickelt als vorhergegangene Generationen. Der Klimawandel sei ihnen ebenso wichtig wie die Ernährung und Selbstoptimierung. Verlierer in diesem Wettbewerb seien Begriffe wie Erfolg oder Anerkennung. 80 % der jungen Leute achte auf ihre Gesundheit, Bio-Produkte, lokale und nachhaltige Ernährung ohne dabei doktrinär zu werden. Auch er empfahl, sich stärker denn je auf die emotionale Kommunikation mit den Verbrauchern und ihre Erwartungen an das Produkt einzulassen.
Den dritten Vortrag des öffentlichen Teiles hielt Prof. Dr. Christina Hoon, Inhaberin der Stiftungsprofessur „Führung von Familienunternehmen“ an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Bielefeld. Ihr Thema war die Nachfolgeregelung in Familienunternehmen, ihre Vorbereitung und ihre Stolperfallen.
Beim anschließenden Galadinner wurde Barbara van Melle die Ehrensenatorenwürde des Deutschen Brot-Senates verliehen.

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