Klaus Ostendorf ist tot

Laut einer Meldung der Nordwest-Zeitung starb Klaus Ostendorf am 31. Oktober nach längerer Krankheit im Alter von 72 Jahren auf seinem Gestüt in Wachendorf/Syke.
An dem Mann, der seine Karriere in der Backwarenindustrie als Verkaufsfahrer bei der Großbäckerei Wendeln in Garrel begonnen haben soll, schieden sich die Geister. Sicher ist, dass ein erheblichen Anteil des Wendel-Erfolges auf sein Konto als Geschäftsführer und Mitgesellschafter ging. Ebenso sicher ist, dass sowohl seine Geschäftsgebaren wie sein persönliches Auftreten ihm einen zweifelhaften Ruf bescherten.
1989 übernahm Wendeln den Berliner Großbäcker Paech, 1996 die Weber-Gruppe aus Pfungstadt und 1998 schließlich die Lieken-Gruppe. Damals beteiligten sich mehrere Investitionsfonds unter der Führung der Apax Partners & Co, München, an der Wendeln-Holding Wendeln Brot- und Backwarenbeteiligungsgesellschaft mbH. Die Beteiligungsfonds der Apax waren zu diesem Zeitpunkt u.a. bereits an der Kamps AG in Düsseldorf (damals 467 Filialen und 327 Mio. DM Umsatz) und der Nordsee GmbH aus Bremerhaven beteiligt. Die Kamps AG übernahm Anfang 2000 die Wendeln-Gruppe und Ostendorf wurde zum Vorstandsmitglied der Kamps AG. Ende 2000 stieg er dort wie vereinbart wieder aus, zum richtigen Zeitpunkt, die Aktienkurse bescherten ihm ein ansehnliches Vermögen, das ihm in der Folgezeit die Übernahme diverser anderer Großbäckereien ermöglichte.
So übernahm er 2003 Müller-Brot in Neufahrn, die die österreichische Ankerbrot mit ins Portefeuille brachte. Müller ging 2012 nach einem handfesten Hygieneskandal pleite. Ostendorf wurde wegen Insolvenzverschleppung und Betrug zu einer Bewährungs- und Geldstrafe verurteilt. Ankerbrot, das von seinem Sohn Peter geführt wurde, gehört inzwischen dem österreichischen Investor Erhard Grossnigg. 2005 hatte Ostendorf außerdem den Leipziger Löwenbäcker übernommen, der 2012 nicht zuletzt durch offene Rechnungen an Müller-Brot in die Insolvenz marschierte. Die Stauffenberg GmbH & Co. KG und die Stauffenberg Besitz GmbH & Co. KG , die von seinem Sohn Frank geführt wurde, gingen 2014 endgültig in die Insolvenz und die Geschäftsführung wurde zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt, weil sie mit fingierten Rechnungen ein Factoring-Unternehmen geprellt hatten. 2014 war er selber Liquidator der K.O. Beteiligungsgesellschaft. Sein Gestüt Famos GmbH, das zuvor in die Hof Wachendorf Abwicklungsgesellschaft mbH über- und 2014 in Liquidation gegangen war, wurde 2016 von seinem Sohn Peter abgewickelt. Im Mai dieses Jahres wurde ein Wohn- und Geschäftshaus von Klaus Ostendorf in Cloppenburg zwangsversteigert. Auch für eine zweite Immobilie von Klaus Ostendorf läuft laut Nordwest-Zeitung inzwischen ein Vollstreckungsverfahren.

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