Preissprünge in Russland

  • Mittwoch, 1. September 2010
  • Aus aller Welt

Erst kam die Dürre, dann kamen die Feuer und dann wurde der Weizenexport ausgesetzt. Als Folge sind derzeit in Russland Preiserhöhungen für Brot im zweistelligen Prozentbereich zu verzeichnen. Ein Batone beispielsweise von 400 g kostet statt der früheren 16 bis 18 Rubel (ca. 0,14 bis 0,46 €) jetzt 20 bis 22 Rubel (etwa 0,51 bis 0,56 €) in Moskau. Auch andere Rohstoffe werden rasant teurer, so dass sich die Regierung langsam aber sicher zum Einschreiten genötigt sieht. Die Staatsorgane haben zunächst einmal die „raffgierigen“ Handelskonzerne ins Visier genommen und warnen sie öffentlich vor zu hohen Margen. Doch auch Hersteller kommen nicht ungeschoren davon. Drei Großbäckereien haben es derzeit laut Presseberichten mit dem russischen Kartellamt FAS zu tun bekommen, weil sie die Preise um 20 % aufstockten. Außerdem erlaubt ein neues Handelsgesetz den Behörden seit Anfang August 2010, die Preise für Grundnahrungsmittel für bis zu 90 Tage einzufrieren. Voraussetzung dafür ist, dass die Preise innerhalb von 30 Tagen um mindestens 30 % gestiegen sind. Listungsgebühren sind verboten und das Zahlungsziel muss je nach Haltbarkeit des Produktes zwischen 10 und 45 Tagen liegen. Debattiert wird außerdem darüber, ob Preiserhöhungen für Rohstoffe, die noch aus dem Erntejahr 2009 stammen, überhaupt zulässig sind.

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