Ja, aber zur Zuckerpolitik der EU

  • Dienstag, 6. Dezember 2011
  • Rohstoffe

Die EU-Kommission hat beschlossen, 400.000 t europäischen Nicht-Quotenzucker für die Lebensmittelwirtschaft bereitzustellen und zusätzliche Einfuhrkontingente zum reduzierten Zollsatz vom Weltmarkt zu genehmigen, um den gegenwärtigen Zuckerengpass zu beheben. Gleichzeitig sollen aber auch wieder Nicht-Quotenzucker aus Europa in großen Mengen auf den Weltmarkt exportiert werden. Das Quotensystem der EU regelt, wie viel Rübenzucker für den heimischen Bedarf produziert werden darf und wie viel aus Schwellen- und Entwicklungsländern an Rohrzucker importiert werden soll. Das alles ist in der Zuckermarktordnung geregelt, die noch bis zum 30. September 2015 gilt und in der Vergangenheit dafür sorgte, dass die Zuckerhersteller in Europa höhere Preise bekamen als auf dem Weltmarkt. Konkurrenz wurde durch hohe Schutzzölle unmöglich gemacht. Seit einiger Zeit aber sind die Weltmarktpreise gestiegen und so sind die hiesigen Zuckerhersteller eher geneigt ihre Ware dort anzubieten und auch andere Regionen dieser Welt legen nur noch begrenzten Wert darauf, ihren Zucker nach Europa zu schicken. Das InfoZentrum Zuckerverwender (IZZ) , ein Zusammenschluss von Unternehmen aus der deutschen Lebensmittelindustrie, findet die Ausweitung ihrer Bezugsmöglichkeiten um 400.000 t zwar grundsätzlich gut, plädiert aber dafür, den Export von Zucker zu unterbinden und statt dessen die Schutzzolle zu senken, damit andere Anbauländer in die EU liefern und den hiesigen Preisdruck senken.

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