Im Aufwind: Deutlich mehr Produkte mit Hülsenfrüchten

Binnen vier Jahren stieg die Anzahl von Produkten mit Bohnen, Linsen oder Soja um 39 %; besonders erfolgreich: Fleischersatzprodukte mit einer Wachstumsrate von 451 % © Universität Hohenheim/Dorothea Elsner
Binnen vier Jahren stieg die Anzahl von Produkten mit Bohnen, Linsen oder Soja um 39 %; besonders erfolgreich: Fleischersatzprodukte mit einer Wachstumsrate von 451 % © Universität Hohenheim/Dorothea Elsner

Erbsen und Bohnen, Soja und Lupinen – weltweit sind von Mitte 2013 bis Mitte 2017 genau 27.058 neue Produkte auf den Markt gekommen, die Hülsenfrüchte enthalten. Das haben Carla Teixeira und ihr Team von PortugalFoods zusammen mit Wissenschaftlern der Universidade Católica Portuguesa (UCP) im Rahmen des EU-Projektes TRUE herausgefunden, an der auch die Universität Hohenheim beteiligt ist.
Die höchste Wachstumsrate gab es auf dem europäischen Markt: 39 % mehr Produkte mit Körnerleguminosen eroberten hier die Lebensmittelmärkte. Spitzenreiter sei das Vereinigte Königreich, in dem 19 % der neuen Produkte in Europa zu finden waren, gefolgt von Frankreich (14%) und Deutschland (13%), erklärt João Ferreira, Student am Institut der stellvertretenden TRUE-Koordinatorin Marta Vasconcelos an der UCP.
Die Zeitspanne ihrer Untersuchung wählten die Forscher, um die Auswirkungen des Internationalen Jahres der Hülsenfrüchte zu erfassen. Dieses hat die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) 2016 ausgerufen, um das Bewusstsein der Öffentlichkeit für die Vorteile von Hülsenfrüchten in Bezug auf Gesundheit, nachhaltige Entwicklung und Ernährungssicherheit zu schärfen. Die wachsenden Bedenken der Verbraucher in Bereichen wie Gesundheit und Umwelt ermutigten die Lebensmittelindustrie, ihre Produktentwicklung auf diese Interessen auszurichten.
Bei den verschiedenen Produktkategorien hätten vor allem Fleischersatzprodukte zugelegt – mit einer Wachstumsrate von erstaunlichen 451 %, berichtet Carla Teixeira. Es folgten Pasta mit einem Anstieg von 295 Prozent und Snacks aus Bohnen mit einem Zuwachs von 128 %.
Auch bei den Arten von Hülsenfrüchten gab es Verschiebungen: Grüne Bohnen wurden zwar auch Mitte dieses Jahres am meisten verarbeitet, doch ihr Gesamtanteil sank um 23 % im Vergleich zu 2013. Kichererbsen dagegen legten um 47 % zu, Linsen um 8 %.
Betrachtet man die gesundheitsbezogenen Angaben bei den Produkten mit Hülsenfrüchten, so kann man einen Anstieg um 196 % bei veganen und 73 % bei glutenfreien Produkten beobachten. Das entspricht dem globalen Markttrend.
„Es ist ein Erfolg, dass für die europäischen Verbraucher durch das Jahr der Hülsenfrüchte nun mehr Produkte mit Leguminosen-Bestandteilen verfügbar sind“, fügt Marta Vasconcelos hinzu. „Die Studie liefert wertvolle Informationen für TRUE, da eines der Projektziele die Entwicklung neuer leguminosenbasierter Produkte ist, um den Leguminosenverbrauch insgesamt zu steigern. Wir haben jetzt eine gute Grundlage, mit der wir in den nächsten vier Jahren weiterarbeiten können."

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