Frischback wieder in Schieflage

Die Frischback GmbH aus Arnstadt hat erneut ein Insolvenzverfahren beantragt, das zweite Mal in zwei Jahren. Gegenüber der Presse teilt das Unternehmen mit, dass man besonders vom Umsatzrückgang durch den vergangenen Hitzesommer betroffen gewesen sei. Weiterhin kam die im Frühjahr 2018 geplante Zusammenführung der Produktion und Logistik am neuen Standort in Erfurt ins Stocken. Die erhofften Kosteneinsparungen seien somit noch nicht eingetreten. Beide Ursachen führten zu einem Liquiditätsproblem, weshalb sich Geschäftsführer Alfred Heyl zu dem Antrag auf ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung entschied. Zeitgleich mit dem erneuten Sanierungsweg werden Josef Reindl und Nico Rath die Sanierung der Bäckereikette begleiten. Damit soll Alfred Heyl entlastet werden, der sich künftig mehr auf seine Aufgabe als Gesellschafter konzentrieren wird. Reindl führte 30 Jahre die Hasi-Bäckerei mit 21 Filialen, die er im Mai 2018 verkaufte. Reindl ist Eigentümer der Produktionsstätte in Erfurt, die er an Frischback vermietet. Nico Rath war bis vor kurzem für die Gesellschafter der Harald Fuchs Bäckerei in Bamberg tätig und hatte zuvor schon Filialbäckereien aus Krisensituationen geführt. „Mit Josef Reindl und Nico Rath haben wir eine starke Unterstützung durch sehr erfahrene Bäckerunternehmer gefunden“, erklärt Alfred Heyl. Die ersten Maßnahmen zur Fortführung seien bereits umgesetzt. Alle Filialen würden weiterhin geöffnet bleiben. Frischback betreibt nach eigenen Angaben rund 100 Filialen vorwiegend in Thüringen und beschäftigt circa 700 Mitarbeiter in den Verkaufsstellen und an den drei Standorten in Erfurt, Arnstadt und Schmalkalden. Das Unternehmen durchlief bereits vor rund 18 Monaten ein Eigenverwaltungsverfahren. Im April 2018 konnte es das Sanierungsverfahren wieder verlassen. (Wir berichteten: www.backwelt.de/newsview/glaeubiger-stimmen-sanierung-der-frischback-gruppe-zu.html) „Die damals entwickelten Sanierungsmaßnahmen waren richtig und sind auch weiterhin die Basis für die weiteren Schritte. Sicherlich wird es noch Anpassungen geben, um den Umzug nach Erfurt schnellstmöglich abzuschließen. Darüber hinaus steht der Vertrieb bei mir ganz oben auf der Agenda“, so Josef Reindl. Unterstützung erhält Frischback durch das Beratungsunternehmen Buchalik Brömmekamp, das das Sanierungskonzept erstellen wird. Als vorläufigen Sachwalter hat das Amtsgericht Erfurt Rechtsanwalt Rolf Rombach bestellt.
Die Thüringische Landeszeitung meldet heute (11. Januar 2019), dass die Entlassung von 50 bis 80 Mitarbeitern von, den Angaben zufolge, derzeit 760 geplant sei. Außerdem sollen etwa 10 der derzeit 103 Filialen geschlossen werden, vor allem in kleineren Ortschaften. Auch die Brotproduktion für Krankenhäuser, Altenheime, Schulen, Kindergärten und Hotels will das Unternehmen demnach aufgeben. Für deren Belieferung produziert Frischback in Erfurt bisher etwa 4.000 Brote pro Tag. 4.000 weitere Brote sowie 80.000 bis 100.000 Kleingebäcke, meldet die Zeitung, die momentan in Arnstadt gebacken werden, sollen demnächst im Zuge der Konzentration in Erfurt hergestellt werden.

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