Brotpreis nicht mehr das entscheidende Kaufkriterium

Mehr Convenience, mehr internationale Spezialitäten - das Kaufverhalten der bundesdeutschen Verbraucher ändert auch den nachgefragten Brotkorb. Der Brotpreis sei nicht mehr das entscheidende Kriterium beim Einkauf, so Prof. Dr. Ulrike Detmers, Präsidentin des Verbandes Deutscher Großbäckereien, auf der Jahrespressekonferenz des Verbandes in Frankfurt. Ohnehin werde aus dem hybriden Verbraucher früherer Tage, der bei Aldi einkaufe und anschließend teuren Kaviar essen gehe, zunehmend ein "homo diffusus", ein Verbraucher, der bei seinen Konsumentscheidungen extrem flexibel agiere und dabei u.a. zunehmend ethische Maßstäbe einbeziehe.
Von der Backwarenbranche erfordere dies u.a. ein Umdenken von großen Losgrößen in der Herstellung hin zu mehr Flexibilität der Produktionslinien und mehr Digitalisierung. In diesem Bereich sieht die Präsidentin die Backbranche ohnehin weit fortgeschritten. "Was den Reifegrad in der Digitalisierung betrifft, sind unsere Betriebe auf dem oberen bis höchsten Level", so Detmers.
Sorgen bereiten den Betrieben laut Verbandspräsidentin wachsende Kosten, die nicht nur aus den Folgen der Dürre dieses Sommers für Erntemengen und Qualität des Getreides resultieren. Auch die Mautgebühren für Nebenstrecken werden sich bei den Backwarenherstellern in der Kostenrechnung deutlich niederschlagen. Zunehmende Auditierungen durch den Handel erfordern zudem eine höhere Ausstattung der Qualitätssicherung mit Personal, was ebenfalls die Kosten steigere.
Um dennoch die Rentabilität zu sichern, setzte die Branche auf Automatisierung und den Einsatz von Robotern vor allem in Arbeitsbereichen, für die sich keine Arbeitnehmer mehr finden lassen. Als Herausforderung für die Zukunft definierte Detmers den Druck einer wachsenden Weltbevölkerung auf die globalen Einkaufsquellen. Gleichzeitig befürchte sie, dass die Dürre dieses Jahres als Menetekel zu werten sei und ähnliche Wetterlagenkünftig vermehrt Einfluss auf die Ernten in Europa nehmen. Eine Entwicklung, mit der Biobauern mit ihren vielfältigen Kulturen weitaus besser zurecht kämen als konventionelle Landwirte. Detmers forderte die Politik deshalb auf, den Ökolandbau stärker zu fördern und die konventionelle Landwirtschaft resilienter, also widerstandsfähiger zu wirtschaften. Bezugnehmend auf den wachsenden Mangel an Arbeitskräften in den Betrieben forderte sie darüber hinaus eine intelligente Zuwanderungspolitik ähnlich wie in Kanada und die Zulassung privater Arbeitsvermittlungen.
Die wirtschaftliche Lage der Großbäckereien nannte Armin Juncker, Hauptgeschäftsführer des Verbandes, stabil. In der Branche insgesamt stelle man nach wie vor ein Abschmelzen kleiner Betriebe fest. Die wirtschaftliche Leistung der Branche wachse nach wie vor moderat. Der Export deutscher Backwaren steige. Schwerpunkt dabei sei die EU, aber auch Nordamerika und Asien entwickeln sich demnach zu Absatzmärkten für die Backwarenbranche.

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