Im Namen der Süßwaren

Die Zentralfachschule der Deutschen Süßwarenwirtschaft e.V. (ZDS), Solingen, Deutschland, wurde 1951 gegründet. Seitdem können sich dort Jung & Alt aus- und weiterbilden, Seminare besuchen und über das ZDS-Netzwerk in Kontakt bleiben.

Am 28. Januar 1951 riefen 164 Unternehmen, die sich als Gründungsmitglieder zusammengeschlossen hatten, in Dortmund den „Verein der Zentralfachschule der Deutschen Süßwarenindustrie“ ins Leben. Grundidee war die Bildung eines gemeinsamen Interessenverbandes für die Hersteller in dieser Branche. Seit der beginnenden Technisierung zum Ende des 19. Jahrhunderts hatte der Einsatz von Maschinen enorm zugenommen, was zu neuen Arbeitsprozessen führte. Die nächsten Generationen sollten gezielt für die industriellen Anforderungen ausgebildet werden. Nach Verhandlungen mit zwölf Städten über den Standort fiel die Entscheidung auf Solingen-Gräfrath. Etwa 1,5 Jahre später wurde der Grundstein für das erste neue Schulgebäude gelegt. Nach weiteren 1,5 Jahren, nämlich am 16. Januar 1954, konnte die Schule eingeweiht werden. Eine zentrale „Lehrfabrik“ war geboren.

© ZDS

Heute stützt sich der Betrieb der ZDS auf vier Säulen: Einmal und gleichzeitig im Mittelpunkt dient sie als Berufsschule für Auszubildende zur Fachkraft für Süßwarentechnik sowie zur Fachkraft für Lebensmitteltechnik. Des Weiteren hilft die ZDS bei der Weiterbildung vom Angelernten zum Facharbeiter oder Industriemeister in der Fachrichtung Süßwarentechnik oder Lebensmitteltechnik genauso wie zum staatlich geprüften Lebensmitteltechniker. Ein dritter Bereich sind die nationalen und in den letzten Jahrzehnten auch internationalen Seminare, Workshops und Praktika. Jährlich bietet die ZDS etwa 40–50 internationale Veranstaltungen in den Sprachen Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Niederländisch, Russisch, Türkisch und Japanisch. Im letzten Dienstleistungsbereich unterstützt die ZDS ihre Mitgliedsfirmen bei der Produktentwicklung, Prozess- und Rezepturoptimierung sowie durch Beratung vor Ort oder in der ZDS.

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Im Bereich der Süßwarenindustrie ist die ZDS ein weltweit bekanntes Aus- und Weiterbildungsinstitut. Ihre Programme reichen von Tagesseminaren bis hin zu umfangreichen 8-Wochen-Trainings. Dabei repräsentiert die Zentralfachschule eine Lehrfabrik, die der ganzen Zucker-, Süß- und Backwarenindustrie zur Verfügung steht. Die ZDS deckt mit ihren Technika folgende Bereiche ab:

  • Zuckerwaren (Hart- und Weichkaramellen)
  • Schokolade (Herstellung aus der Kakaobohne)
  • Feine Backwaren (Kekse, Waffeln …) und Snacks (Cracker, Kartoffelchips …)
  • Konfekt (Pralinen, Gummi- und Geleeartikel)
  • Dragees und Kaugummi

 

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 ZDS | Practical working in the biscuits and snacks 
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 ZDS | Practical working in the biscuits and snacks 
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 ZDS | Practical working in the biscuits and snacks 
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Lernen ist einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren, so Andreas Bertram, Geschäftsführender Direktor der ZDS. Der Fortschritt lebe vom Austausch des Wissens. Daher bietet die Zentralfachschule, sozusagen als Kommunikationsplattform für den Maschinenbau und die Rohstoffhersteller, auch hochwertige Kongresse für die „alten Hasen“ in der Branche an, beispielsweise das jährliche Backwaren und Snack Symposium. Diese Vermittlerfunktion der ZDS ist möglich durch das weitgespannte Netzwerk, das sich das Institut im Laufe der Jahrzehnte mit seinen „Ehemaligen“ aufgebaut hat. „Unsere Entwicklung der letzten 60 Jahre hat sich gelohnt“, erzählt Bertram. „Wir sind nun – und werden es auch bleiben – das internationale Kompetenzzentrum und ein erfahrener und innovativer Partner der Süßwarenindustrie.“

 

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 ZDS | The ZDS College from various points of 
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 ZDS | The ZDS College from various points of 
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 ZDS | The ZDS College from various points of 
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Im Dienste der Bildung

Die Zentralfachschule der Deutschen Süßwarenwirtschaft e.V. (ZDS), Solingen, Deutschland, wurde 1951 gegründet. Seitdem können sich dort Jung & Alt aus- und weiterbilden, Seminare besuchen und über das ZDS-Netzwerk in Kontakt bleiben. bub sprach mit dem Geschäftsführenden Direktor Andreas Bertram.

bub: „60 Jahre im Dienste der Bildung“ heißt der aktuelle Slogan der Zentralfachschule der deutschen Süßwarenwirtschaft in Solingen. Herr Bertram, Sie sind der Direktor dieser ehrwürdigen Institution. Können Sie uns in wenigen Worten sagen, was die ZDS ist und wie sich das Jahresprogramm der Schule gliedert?

Bertram: Die ZDS ist seit nunmehr 60 Jahren als Zentralfachschule das internationale Kompetenzzentrum der Süßwarenindustrie und ein erfahrener und innovativer Partner für die professionelle Aus- und Weiterbildung sowie Produkt- und Verfahrensentwicklung. Neben den reinen Ausbildungsgängen bieten wir ein breites Spektrum von Weiterbildungsseminaren in den Bereichen Schokoladen- und Zuckerwarentechnologie, Backwaren- und Snacktechnologie, Dragee und Kaugummi sowie Qualitätsmanagement.

bub: Die Bandbreite der Aktivitäten der ZDS ist nicht nur auf die deutschsprachige Süßwarenindustrie beschränkt. Welche Bildungsmöglichkeiten bieten Sie generell international an und was ist konkret in diesem Jahr für den Sektor „Backwaren“ vorgesehen?

Bertram: Im Mittelpunkt steht für uns natürlich die Erstausbildung zur Fachkraft für Süßwarentechnik im deutschsprachigen Raum. Aufgrund der zunehmenden Globalisierung der Süßwarenwirtschaft halten wir natürlich auch ein umfangreiches internationales Weiterbildungsangebot bereit. Für den Backwaren- und Snackbereich gibt es in diesem Jahr drei Seminare in Englisch, eines in Spanisch und dann das zweisprachig abgehaltene Backwaren & Snack-Symposium.

bub: Wie viel Wissen, das in Ihrem Haus vermittelt wird, ist „state of the art“ und wie viel Zukunftsvisionen, Informationen über neue Rohstoffe, neue Technologien und neue technische Entwicklungen haben darin Platz?

Bertram: Die ZDS versteht sich als Kommunikations-Plattform insbesondere für den Maschinenbau und die Rohstoffhersteller. Und auf diesen Stufen gibt es ein eigenes elementares Interesse, die Produzenten auf den jeweils neuesten Informationsstand zu bringen. Die ZDS erfüllt hier also in erster Linie eine Vermittler- oder Netzwerkfunktion.

bub: Wo rekrutieren Sie die Lehrer und Vortragenden für Ihre Veranstaltungen, wie viele kommen aus der Praxis der Süßwarenherstellung?

Bertram: Unser Vorteil ist, dass wir über die Jahrzehnte ein weitgespanntes persönliches Netzwerk aufgebaut haben. Unter dem Motto „Einmal ZDS – immer ZDS“ treffen wir auf „Ehemalige“, die heute als Entscheidungsträger oder Trendsetter in der Branche tätig sind. In ihrem beruflichen Werdegang sind diese Menschen immer wieder auf die ZDS gestoßen. Sie fühlen sich sowohl fachlich als auch emotional mit der ZDS verbunden und sind daher in der Regel gerne bereit, das Wissen und die Kontakte, die sie hier erworben haben, auch wieder an die Gäste der ZDS zurückzugeben. So finden sich heute viele frühere Absolventen der ZDS in den Kongressbeiräten, im Vereinsvorstand, in den Prüfungsausschüssen oder als Seminar-Referenten wieder.

bub: Gibt es auch Angebote, die in anderen Ländern stattfinden oder Zusammenarbeiten mit Institutionen im Ausland, um die Inhalte zu transportieren?

Bertram: Auf Wunsch und im Interesse unserer Mitglieder gibt es auch individuelle Veranstaltungen, und das nicht nur in Europa, sondern weltweit. Dies ist Bestandteil unseres Service-Angebotes und gilt damit natürlich auch für den Backwaren- und Snackbereich.

bub: Auf wen sind diese Angebote zugeschnitten: Produktionsarbeiter, Linienführer, Produktionsleiter, R&D, Qualitätssicherung?

Bertram: Die Angebote richten sich in der Regel an alle innerbetrieblichen Ebenen und damit sowohl an die technischen als auch die organisatorischen Führungspositionen. Wichtig ist hier der individuelle Informationsbedarf in den jeweiligen Unternehmen, auf die wir dann unser spezifisches Angebot ausrichten können. Bei der ZDS gibt es also nicht einfach „Bildung von der Stange“, sondern den „Maßanzug“.

bub: Bieten Sie und Ihre Mitarbeiter auch firmenspezifische Weiterbildungsmöglichkeiten an?

Bertram: Ja, in der Tat, ein ausdrücklicher Bestandteil der ZDS-Mitgliedschaft umfasst die technologische und personelle Unterstützung durch die ZDS. D. h. wir bieten unseren Mitgliedsunternehmen ein firmenspezifisches Training entweder vor Ort oder an der ZDS. Darüber hinaus unterstützen wir die Unternehmen bei Prozess- und Rezepturoptimierungen sowie Produktentwicklungen. Und um aktuelle Produktionsprobleme zu bewältigen, bieten wir ihnen die Nutzung unseres Expertennetzwerks.

bub: Wie ist Ihre Schule ausgestattet, wie praxisnah ist und kann die Ausbildung in Solingen sein?

Bertram: Wie schon angesprochen sorgt die enge Partnerschaft zu den Maschinenherstellern dafür, dass wir unter dem Motto „aus der Praxis für die Praxis“ sowohl mit neuen Pilotanlagen als auch kleinen Serienmaschinen auf hohem Niveau ausgestattet sind. Und wir arbeiten ständig am weiteren Ausbau dieser Position. So wird man bereits auf der kommenden INTERPACK neue Maschinen sehen, die in Kürze dann ihren Dienst in der ZDS leisten werden.

bub: Bietet die Schule außer der Wissensvermittlung weitere Dienstleistungen an?

Bertram: Anders als die Tages-Berufsschulen hat die ZDS durch die Unterbringung der Jugendlichen auf unserem „Campus“ während der Blockunterrichtszeiten die Möglichkeit, auch die Entwicklung von Soft Skills zu begleiten. Bei uns werden die Jugendlichen sieben Tage die Woche, 24 Stunden lang durch Sozialpädagogen betreut. Und für Seminarbesucher oder andere „Gäste auf Zeit“ verfügen wir über ein eigenes Gästehaus. Auch oder gerade diese Leistungen führen dazu, dass die ZDS-Absolventen sich immer gerne an ihre Zeit in Solingen erinnern.

bub: Wohin soll sich die ZDS in den nächsten fünf Jahren entwickeln, was werden Ihre Schwerpunkte im Bereich „Backwaren“ sein und welche Zusammenarbeit wünschen Sie sich international?

Bertram: Zunächst einmal gilt es in Zeiten steigenden Fachkräftemangels das Ausbildungsniveau noch weiter auszubauen. Dies werden wir durch permanente Anpassung unseres Maschinenparks realisieren. Auch räumliche Erweiterungen sind bereits geplant. Darüber hinaus werden wir zukünftig auch zusätzliche, webbasierte Dienstleistungen und Kommunikationsmöglichkeiten ins Auge fassen. Ein erster Schritt ist mit dem Relaunch der ZDS-Website www.zds-solingen.de bereits getan.

bub: Herr Bertram, vielen Dank für das Gespräch.